my date with hanna…

Als Neusingle nimmt man(n) jede Möglichkeit wahr sich sozial abzulenken. Sei es nun mit der Mitbewohnerin und 2 Flaschen Rotwein, nur um dann herauszufinden, das sie (ebenfalls Neusingle) im Moment keine körperliche Nähe ertragen kann. Damn! Und warum dachte ich Idiot, das hier was gehen könnte? Naja, abhaken und Kopf hoch.

Da ich seit neustem meine Biographie doch ein wenig aufpoliere und mich sozial engagiere, kam ich irgendwie auf die Einladungsliste einer Vernissage im größten Pressehaus der Stadt. Es ist nicht so, dass ich das nur wegen dem Lebenslauf mache. Aber man muss sich ja irgendwie engagieren.

Back to dating time.

Eigentlich hatte ich an diesem Nachmittag keine Lust auf den ganzen Kram. Doch als sozial engagierter Mensch, entschloss ich mich ohne Sakko hinzugehen. Ein paar gute Schuhe geschnürt, gute Hose, neutrales Hemd und modische Strickjacke. Ich hab fast ne halbe Stunde gebraucht um ein passendes Outfit zusammenzustellen. Ja und ich bin hetero und nicht metro!

Ankunft Pressehaus gegen 17:45 Uhr und dann stand sie vor mir. Mein Date. Hanna, 66,  2 Knieoperationen, ehemalige Lehrerin. Sie hatte genauso wenig Lust wie ich, als Repräsentanten unseres Vereins dort rum zustehen. Doch fröhlich beschwingt, in Erwartung des Abends gingen wir rein. Wir teilten uns eine Garderobenmarke, da wir zur selben Zeit gehen wollten. (Junge du hast es echt noch drauf!) 2 Schritte weiter stand ein Sekttabletthase. Hanna und ich schauten uns an, lächelten und nahmen dann beide ein Glas. Leicht angestoßen und runter das Zeug. Ist ja alles umsonst hier.

Unser Weg führte uns in den Raum in welchem das Rahmenprogramm stattfand. Hanna und ich schmunzelten bei der Lobesrede auf die Künstlerin, da wir beide ein recht bürgerliches Verständnis von Kunst besaßen. Wir waren mittlerweile beim ersten Glas Wein angelangt. Weißer Chardonnay wie ich vermute, aber ganz angenehm. Es wurden auch Häppchen gereicht, Tapas der örtlichen Tapasbar. Als das Rahmenprogramm ausklang, ein Jonlagekünstler und ein Saxophonist, fragte mich Hanna ob wir noch eine kleine Runde drehen, um uns die Gemälde anzusehen.

Kellner Rotwein, bitte einen schweren, den brauch ich zum philosophieren!!!

Beim betrachten der Gemälde spürte ich, da die Örtlichkeit durch die Lokalprominenz stark befüllt war, wie sich Hannas Körper leicht an meinen presste. „Ist das etwa Sideboob was ich da spüre?“ fragte ich mich. Mittlerweile leicht benebelt verwarf ich jeglichen weiteren Gedanken. Wir waren nunmehr fast am Ende unserer Runde angelangt und fanden uns, da ich noch ein halbes Glas Rotwein hatte, an einem Stehtisch wieder. Hanna stellte mir einige lokale Größen vor. Nicht persönlich. Vielmehr musste ich mir Namen aufgrund körperlicher Merkmale, Hemdfarben oder bekannter Gebrechen merken. Das ist ein sehr lustiges Spiel. Tja, ham wer wieder was gelernt.

Das Glas leerte sich und ich begleitete Hanna zur Garderobe. Spontan entschied ich mich zubleiben und noch ein Glas Rotwein zu trinken. Ich verabschiedete mich sehr höflichst bei Hanna und bedankt mich für den netten Abend.

Im Künstlerschritt zur Bar und noch ein Glas. Mit dem Glas in der Hand baute ich mich vor einem Gemälde auf und trank in rotweinschwerer emotionaler Gefühlslage den Rebensaft. Dabei entschwanden meine Gedanken wieder zu Hanna. Wie war Hanna so vor 40 Jahren drauf? Keine genauere Antwort erhellte mein benebeltes Hirn. Es war um es auf den Punkt zu bringen. Ein richtig schöner Abend…

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