vivre comme un coq en pâte…

paris_pont-des-arts

Ich habe gestern festgestellt, dass der Film „Die fabelhafte Welt der Amelie“ zu Recht, ein sehr wunderbarer Film ist. Im Jahre 2001, als der Film heraus kam, sah ich das nicht so. Ich schloß mich, medienbewußt wie ich bin, einfach der Meinung von Harald Schmidt an und fand den Film einfach nur gräßlich. Gräßlich ist vielleicht zu hart formuliert. Ich denke es war die Leichtigkeit dieses Films, welche sich mir nicht erschließen wollte. Vielleicht wollte ich den Film auch nicht toll finden, nur damit ich mich nicht der Masse anpassen muss. Mhh, schwierige Frage?

Der Film erinnerte mich auch an einen Besuch in Paris im Jahre 2004. Es begab sich zu der Zeit, das ich im Rahmen einer Exkursion 2 Wochen in einem Bus durch Frankreich tingelte. Und eine Tour de France wäre nicht komplett ohne einen Etappenhalt in Paris. Ich war sofort gepackt vom Flair der Stadt, Architektur, Menschen, Geschichte oder einfach das Gefühl durch Straßen zu laufen vermittelte mir ein Gefühl der Wärme und gab mir zu denken, das ich hier hin passe und mich wohl fühle.

Es gibt glaube ich für jeden Menschen eine solche Stadt. Nennen wir sie Traumstadt. Die meisten Menschen fühlen sich zwar in ihrer eigenen Umgebung/Stadt/Heimatstadt wohl, aber es gibt in ihrem Innersten doch irgendwo den Wunsch woanders zu sein. Sei dieses Gefühl auch nur durch einen Film, Song, Photo oder Urlaub in der Kindheit hervorgerufen, es lässt einen nicht mehr los. Du trägst dieses Gefühl in dir, dass du irgendwann dort Leben willst. Ich denke in meinem Fall wird das wohl Paris sein und wenn nicht dann auf jeden Fall in der Bretagne. Nur nicht in Brest, denn Brest ist häßlich.

Flashback 2 Paris, nein nicht diese blonde Medienhure, die in der Nachtsichtoptik Möhren kaut und aussieht wie ein Maki beim koten. Ich mein die Stadt. Ich verbinde mit Paris aber auch eine klassische Touristenerfahrung. Welche? Das alte Spiel von Räuber und Gendarm. Nur das ich leider nicht der Räuber war, sondern die Person welche dem Gendarm auf Schulfranzösisch erklären musste das er, also der Gendarm, doch bitte den Räuber zu fassen hat. Die netten Franzosen haben in ihrem Nationalstolz die Angewohnheit entwickelt, Angliszismen wenn möglich zu meiden und auch nur französisch zu sprechen. So kann es schon mal vorkommen, das du vom Baguetteverkäufer als „Dummes deutsches Schwein!“ bezeichnet werden kannst, ohne das du es mitbekommst. Ist ja egal sagt sich der Verkäufer, denn du verstehst ihn ja nicht und lächelst fröhlich während er dir dein Baguette avec jambon et fromage reicht und dich um 2 Euro Wechselgeld bescheißt.

Ich war also mittellos mit 2 Kommilitonen in einer unbekannten Stadt unterwegs. Herr Orion was machst du nun? Erstmal dein Konto sperren. Ok, kein Problem. Wo muss ich da anrufen? Öhmmm??? Zum Glück hatte einer der beiden anderen ein Cellphone dabei, in welchem eine Speernummer stand. Nummer in die Tasten gehackt und tuuuuuut, tuuuuuut, tuuuu – krack:

Hallo mein Name ist Fräulein Paschulke, wie kann ich ihnen helfen?

Öhm, Hallo, orion hier. Ich steh gerade in Paris und wurde beklaut und will mein Konto sperren lassen.

Echt Paris? Ist ne schöne Stadt oder? Ich würd da gerne auch mal hin fahren.

Ja Paris ist schön, aber sie sollten auf ihre Brieftasche gut aufpassen, die ist sonst schnell weg. Wann haben sie denn Urlaub?

Ach das dauert noch ne Weile. hihihi. Sagen sie mir mal doch ihre Kontonummer damit wir hier voran kommen.

Ehhhhhhhh?!? Moment! Scheiße wie ist’n meine Kontonummer? (Jetzt fing das Hirn an zu arbeiten) Warten sie mal kurz, ich ruf sie gleich nochmal an!

OK, bis gleich!

krack, tut tut tut… Ich hing den Hörer auf die Gabel und begann damit meinen Rucksack nach alten Kasssenzetteln zu durchwühlen. Nach 2 Minuten raelisierte ich, das ich dumme Sau die alle in meinem gestohlenen Portemonnaie aufbewahre. Was machst du? Mhh. Rufst du einfach mal deine Eltern an die werden das schon wissen, schließlich überweisen die dir ja noch Kindergeld jeden Monat. OK, Nummer eingetippt und tuuuuuuut, tuuuuuut, tuuu – krack:

Hallo?

Hi, ich bins Schwesterherz!

Häää, wieso rufstn du an du bist doch in Frankreich?

Na, ich hatte so ne Sehnsucht nach deiner Stimme, da dachte ich mir ich ruf einfach mal an!

Ohhhh, du bist aber ein lieber Bruder!

Ich weiß, aber darum gehts nicht! Die ham mich beklaut und ich brauch meine Kontonummer um mein Konto sperren zu lassen!

Echt?!?

Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!!! Frag mal Mutti nach meiner Kontonummer, die weiß das bestimmt.

Öhhh, die sind das Wochenende zu Oma gefahren.

Toll, na dann gehst du mal in die Küche und schaust am Pinnbrett ob da irgendwo meine Kontonummer hängt.

Ok, wart mal. (trap, trap, trap, … die Treppe runter in die Küche) Hier hängt nichts.

Schau mal richtig hin du blindes Huhn.

Wenn du mäckerst leg ich auf! hihi

Ey, ich bin gestresst!

Ahhh, da also die Nummer ist 4281470124 (nicht meine echte 😀 ).

Danke! krack, tut, tut, …

Man das ist aber stressig! Hat einer von euch Kippen dabei? Ich muss erst mal eine rauchen? Nö? Ach, Scheiße hier! Heut geht auch alles schief. Ruf ich halt nochmal da bei der Kontotrulla an. Bubu gibst du mir nochmal die Nummer? Erneute Geräusche von Fingern die auf die Wähltasten eines öffentlichen Telefons knallen. tuuuuuut, tuuuuuut, knack, …

Hallo hier ist die Frau Smichalke. Wie kann ich ihnen helfen?

Ja, orion hier. ich hatte ebend schon mal mit Frau Paschulke gesprochen. Wären sie so nett und könnten mich mit ihr verbinden. (Diesen Wunsch hegte ich auch nur, da die Frau Paschulke eine echt sexy Telefonstimme hatte.)

Kein Problem. Einen Moment bitte.

(krack, warteschleifensong deiner Wahl, gefühlte 20 Sekunden später ein erneutes krack)

Hallo Paschulke hier. Wie kann ich ihnen helfen?

Ja, hallo hier ist der frische Franzose von ebend ich hab jetzt die Kontonummer.

Schön. Haben sie sich daran erinnert?

Nein, ich hab mal kurz zu Hause angerufen!

(leichtes kichern in ihrer Stimme) Oh gut. Dann nenne sie mir bitte ihren Namen.

Orion, Im Band des

Geburtsdatum?

XX.XX.19XX

Anschrift?

Hinterm Mond gleich links.

Den Namen der Bank?

Spaßkasse Pluto!

Jetzt noch die Kontonummer und Bankleitzeahl?

Ehhh, also die Kontonummer hab ich aber die Bankleitzahl nicht? Soll ich etwa noch mal kurz zu Hause anrufen? Oder können sie das nicht irgendwie über den Namen der Bank rausbekommen?

Ok, nennen sie erstmal die Kontonummer?

4281470124

Die Bankleitzahl können wir über das System rausfinden habe ich gerade gesehen.

Gut.

Ich muss sie jetzt fragen, ob ich dieses Konto sperren wollen?

Ja, deswegen hab ich ja angerufen.

Ich muss das machen, da sie, wenn sie wieder in Deutschland sind zu ihrer Bank gehen müssen, um das Konto wieder entsperren zu lassen.

Ahh! Ok. Machen se den Laden dicht. Viel können die ehh nicht bei mir holen. hahaha

So, Herr orion das war’s dann schon. Ich wünsche ihnen noch einen schönen Resturlaub in Frankreich.

Danke. Ich muss ihnen noch was sagen. Sie haben eine tolle Stimme und ich wünsche ihnen noch einen schönen Tag.

Danke. Auch ihnen noch einen schönen Tag. Auf  wiederhören!

Das hoffe ich, aber nur wenn ich mein Konto nicht sperren muss. Tschüss.

Hihi, tschüss.

krack, tut, tut, tut, Hörer auf die Gabel.

Ich war nun also mittellos in einer fremden Stadt und musste mich für Bubu prostituieren, das er mich mit auf den Eiffelturm nimmt. Dafür musste ich den ganzen restlichen Tag seine Tasche tragen. Toll, aber wozu hat man Freunde die einen ausnutzen? Das Telefonhäschen hat sich auch nicht bei mir gemeldet. Aber sie hatte bestimmt ne tolle Geschichte beim Kaffeeklatsch zu erzählen.

Am Abend sind wir nochmal mit der Metro in die Innenstadt gefahren und da wurde ich Zeuge eines versuchten Raubes und Zeuge des Charmes der Menschen in Paris. Eine Frau stand an der Eingangstür zur Metro und träumte vor sich hin. Das Signal das sich die Türen schließen ertöhnt. Plötzlich springt der Mann der 3 m vor ihr stand auf sie zu und greift nach ihrer Handtasche. Die Frau bemerkte dies und zieht ihre Tasche ganz fest an sich. Der Mann bekommt nur die Träger zu fassen und springt aus den sich schließenden Türen. Es begann ein Tauziehen um die Tasche. Das die Besitzerin schließlich gewann und der designierte Dieb sich geschlagen geben musste. Er verbeugte sich noch vor der Entsschlossenheit der Dame und grinste mit einem schelmichen Lächeln dabei. So das man ihm eigentlich nicht böse sein konnte. Unsere Gruppe die diese Szenerie beobachtet hatte stand nur mit offenem Mund da und dachte: „Krass!!!“. Die Frau war froh ihre Tasche behalten zu haben und wir hatten ein weiteres Erlebniss in dieser wunderbaren Stadt Paris

Bildquelle

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3 Gedanken zu “vivre comme un coq en pâte…

  1. Oh ich hab auch mal einen Raub hautnah miterlebt..der Räuber hat die Französin sogar noch ein paar Meter mit sich über den Asphalt mitgeschleift..die hat krass gebrüllt..und er ist dann mit nem Auto mitgenommen worden, dass zufällig angehalten hat und ihn einsteigen hat lassen..
    Aber echt eine schöne Stadt, Paris..!

  2. Na Paris ist ja auch wirklich ne schöne Stadt..na nur wie hat Obelix gesagt: die Römer spinnen..und das römische Reich war ja damals recht groß wenn ich mich noch an meine Geschichtsstunden richtig erinner;-)

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