schande

eine erkenntnis von letzter nacht: ich sollte keine filme sehen, in denen kinderseelen zerstört werden. in denen eltern schwächer als ihre kinder sind. in denen kinder sich für das unglück ihrer eltern verantwortlich fühlen.

stephanie charlotta koetz

link zum film: schande

andererseits zeigen solche filme das, was keiner sehen möchte. worüber keiner reden möchte und was um gottes willen nicht entblößt werden darf. wieviele mütter wissen darüber bescheid, dass ihre to/öchter missbraucht wurden? laut statistik wurde jede dritte frau mindestens einmal in ihrem leben sexuell genötigt/missbraucht/vergewaltigt. und die anderen zwei? können sich nicht sicher sein, dass es sie früher oder später auch (!) treffen wird. aber darüber soll man ja nicht reden. lieber TOTschweigen bis das kind springt.

nach solchen filmen weiß ich immer wieder, dass ich meine berufung um tausend prozent verfehlt habe. mit den vielen bunten landkarten kann ich kein mädchen und keine frau auf der welt davor schützen.  man ist einfach nur hilflos. stattdessen hoffe ich, dass ich wenigstens meine kinder (die ich mich irgendwann getraue in diese welt zu setzen), davor bewahren kann.

stattdessen eschophiert man sich lieber darüber, dass sich irgendwelche möchtegern-coolos ganz *unhipp* mit drogen als wäre es schokolade vollpumpen  und zunächst nur ihre eigenes leben zerstören, als wären sie der nabel der welt.

ist es verantwortungslos, in so eine welt kinder zu zeugen, wenn man sich selber vor so etwas schon nicht schützen konnte?

[denk-/fragwürdig das ganze]

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3 Gedanken zu “schande

  1. Zu Deiner abschließenden Frage: Man muss sich nur mal eine Welt ohne Kinder vorstellen, um sie zu beantworten. Kinder sind die einzige wirkliche Hoffnung, die diese Welt jemals hatte und je haben wird.

    Aber weiter zurück – in Deinem Eintrag und in meinem Leben…
    Vor zwanzig Jahren nahm ich an einem Workshop teil – irgendetwas Sozio-/Psychologisches – und in einer vermutlich etwas verquasten Diskussion sagte ich, es sei nun mal nicht zu ändern, dass es immer Frauen sind, die die Opfer von Vergewaltigungen würden und immer Männer die Täter seien. Das läge in der Natur. Ersteres stimmt ja nun mal nicht, wie die Vielzahl missbrauchter Jungen beweist. Letzteres stimmt nur bedingt. Frauen können zwar nicht penetrieren, aber auf andere Weise vergewaltigen und missbrauchen können sie auch. – Ich sagte dann noch, mit diesem unangenehmen Gefühl, nach Einbruch der Dunkelheit in einer wenig belebten Gegend unterwegs zu sein, müsse frau nun mal leben und sei in ihren Unternehmungen dadurch doch gehemmter als Männer. Daraufhin erbot sich der Gesprächsleiter, jede der anwesenden Frauen, der es ebenso erginge, in einer solchen Situation zu begleiten. Anruf genügt. Wie er damit klarkommen wollte, ist mir wiederum unklar, aber das war nicht der Punkt. Ich sagte, allein die Tatsache, dass solch eine Begleitung nötig oder wünschenswert wäre, zeige, dass Gleichheit zwischen Mann und Frau niemals möglich sein wird. Das stimmte ihn ziemlich traurig. Seiner Traurigkeit in diesem Moment entspricht das, was Du schreibst, dass Du mit dem, was Du tust, nicht verhindern kannst, was geschieht. – Nein, kannst Du nicht. Wir können nur hoffen, dass unsere Kinder bessere Menschen werden, und dafür können wir etwas tun.

  2. ja, da hast du natürlich vollkommen recht, dass kinder unsere einzige hoffnung sind. aber mal ehrlich… wenn ich mir meine zarte zwei-jährige nichte anschaue und mir nur wage, vorzustellen, wie irgendso ein perverser ihr zu nahe kommt und wir als eltern, tanten etc. nichts dagegen tun können, was nützt es mir dann zu sagen, ich erziehe meine kinder anders? NATÜRLICH möchte ich meine kinder so erziehen, dass sie nicht zu monstern werden. aber es gibt aber millionen menschen da draußen, denen es scheiß egal ist, was aus ihren kindern wird und wie sie werden und die höchstwahrscheinlich ihre unzufriedenheit auch noch an den kindern auslassen. dagegen kann niemand was tun. das einzige was ICH tun kann, ist, zu versuchen, meine kinder in einem umfeld aufzuziehen, in denen solche sozialen umstände möglichst selten vorkommen. und zu wachsamkeit und sorgfalt. aber egal, in welcher sozialen schicht wir uns befinden, sexueller missbrauch an schutzbefohlenen gibt es überall. leider gottes. davor schrecken auch nicht intelligente menschen zurück.

    mein eigentliches anliegen dieses postings war, dass es mich nervt, dass diese zustände fein säuberlich von der gesellschaft ignoriert werden, dass es niemand hören, sehen oder wahrhaben will, weil das doch nicht gut für unsere ach so heile welt ist… das kinder – die opfer – alleine gelassen werden, weil es nach wie vor ein tabuthema ist. weil niemand ihnen beibringt, dass sie niemals für das familienheil verantwortlich sind, dass viele male kinder nicht ernstgenommen werden.

    klar ist, dass es ein absolut sensibles thema ist. aber klar sollte auch sein, wie kann sich derjenige selber verzeihen, der ein kind nicht ernstnahm und er dadurch seine seele kaputt gemacht hat? mein gott, wie unmenschlich muss man sein, um das hinnehmen zu können? ich verstehe das nicht…

  3. Ich glaube, jeder denkende und halbwegs sensible Mensch stimmt Dir zu. Man braucht gar nicht soweit zu gehen, anzunehmen, dass ein Kind missbraucht oder misshandelt wird. Es reicht, sich die Ignoranz und den Egoismus in vielen Elternhäusern vorzustellen – oder auch die falsch verstandenen Liebe, die ein Kind in eine Rolle zwingt, die seinem Wesen nicht entspricht. Jedes Kind ist eine wunvervolle Möglichkeit, und oft werden schon in den ersten Lebensjahren soviele Fehler gemacht, wird soviel unterlassen, dass man verzweifeln könnte. Und vielleicht liegt es daran, dass diese Überlegungen einen zum Wahnsinn treiben können, dass viele sie lieber beiseite schieben. Was also kann man tun? Dagegen an schreiben, mit Menschen darüber reden, bei der Wahrnehmung seiner bürgerlichen Rechte und beim eigenen Konsumverhalten vor allem darauf achten, wie sich das auf die Lebensbedingungen und auf die Zukunft der Kinder auswirkt, wach sein für das, was um einen herum geschieht…

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